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Arbeitsgruppe schützt Rasierklinge

Gilette und Profis der Warensicherung haben gemeinsam einen neuen Safer entwickelt

Wohnen dem, der gerne Rap hört oder gar Heavymetal, eher kriminelle Neigungen inne als dem, der vorzugsweise Bachs "Brandenburgische Konzerten" oder Tschaikowskis "Pathétique" lauscht? Es geht doch nichts über Vorurteile. Und wer ihnen folgt, ist selber schuld. Als Dieter R. in einem Düsseldorfer Stadtteil einen Laden für CDs mit ausschließlich klassischer Musik eröffnete, folgte er den Beteuerungen eines Freundes, dass Klassikliebhaber grundsätzlich rechtschaffende Menschen seien - und verzichtete auf die Warensicherung. Inzwischen ist er eines Besseren belehrt - und hat in Sicherheitstechnik investiert.


Keine Bevölkerungsgruppe ist vor krimineller Energie gefeit. Diebe findet man sogar unter Millionären. Es gibt wohl kein Produkt, das nicht in den Fokus von Langfingern gerät, allen voran die "Klau-Renner". Selbst für Cent-Beträge erhältliche Leerhüllen für CDs oder Videokassetten verschwinden unbezahlt aus den Geschäften. Bei inakzeptablen Verlustgrößen erhält der Lieferant zunehmend eine Vitrinenlistung oder wird einfach ausgelistet und die frei werdende Verkaufsfläche mit Produkten belegt, die vielfach keine "Renner" sind, aber wenigstens Profit bringen.

Das trifft zwar in erster Linie den Handel, aber auch den ausgelisteten Hersteller. Bei "Klau-Rennern" liegen die Inventurdifferenzen nicht selten in zweistelliger prozenthöhe. Wird diese Größenordnung in der Bilanz sichtbar, beauftragt das Management die Winkaufsabteilung damit, diese Verluste bei den Verhandlungen mit der Industrie zu berücksichtigen. Eine weitere Kalkulationsgröße ist die Weitergabe dieser Kosten an die Kunden, auch wenn dies nur bedingt möglich ist.

So bedient sich der Handel zur Prävention vorwiegend der Warensicherungssysteme. Die Initiative geht hier zu Lande in den meisten Fällen von ihm selbst aus, auch die Kosten trägt er in der Regel selbst. Je nach Techniklieferant erhäöht sich der Aufwand des Produkthandlings und verringert sich eventuell die Menge der Ware pro Kubikzentimeter Präsentationsraum. Der Return of Investment kann schnell erreicht sein, wenn die Sicherungssysteme dauerhaft wirksam sind und Diebstahl auch tatsächlich verhindern. Hebeln Langfinger die Schutzmechanismen kurz- oder mittelfristig aus, stellt sich allerdings die gut gemeinte Geldausgabe als Fehlinvestition heraus. Natürlich lässt sich im Einzelhandelsgeschäft nicht die Sicherheit vom Fort Knox herstellen. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Auswahl des richtigen Sicherungssystems und Herstellers Verluste durch externen Diebstahl erheblich minimiert.

Welche Entwicklungsarbeit dahintersteckt, sieht man dem exklusiv für die "Fusion"-Produkte entwickelten Safer gar nicht an.


In einigen europäischen Ländern, beispielsweise Frankreich, ist das Zusammenspiel zwischen Industrie und Handel wesentlich enger als in Deutschland. Warensicherungssysteme unterschiedlichster Art werden bei Anlieferung der Produkte gleich mitgeliefert oder von Dienstleistungsunternehmen am Point of Sale (PoS) umgesetzt, was den Aufwand für den Handel wesentlich reduziert. Die entsprechenden Technikanbieter arbeiten hier auch wesentlich enger mit der produzierenden Industrie zusammen. Diese Entwicklung wird nach Expertenmeinung auch in Deutschland voranschreiten. Das zeigt das Beispiel des Global Players Procter Et Gamble, der über seine Tochter Gillette im vergangenen Jahr das neue Rasierklingensystem ãFusion" im Markt eingeführt hat. Schon lange vorher hatte Gillette die gängigen Sicherungssysteme daraufhin geprüft, ob Anpassungen oder Änderungen daran notwendig sind. Nach Beratung durch die Firma accent dialog system, einem Kompetenzcenter für Warensicherung, stellte sich schnell heraus, dass für die neue Blisterverpackung der ãFusion"-Produkte auf Grund der geänderten Größe gegenüber der bisherigen Verpackung ein neuer pass-genauer Safer entwickelt werden musste. Auf Wunsch von Gillette sollten darin alle neuesten Sicherheitskriterien der Safer-Entwicklung einfließen. Es kam zur Gründung einer Arbeitsgruppe, in der Gillette (Abteilungen Trade Marketing und Loss Prevention), der französische Warensicherer Fors (Hersteller von Safer Cases mit dem weltweit größten Produktportfolio) sowie accent dialog system (als Kompetenzcenter für Warensicherung und Fors-Generalvertreter für Deutschland und Österreich) zusammenarbeiteten. Fors produziert für diverse Hersteller bekannter Produkte passgenaue neutrale Safer, zum Teil auch mit Logo des Herstellers oder der Marke, die als Relief ausgeführt wird.

Allen Beteiligten war von Anbeginn klar, dass der Einsatz bereits vorhandener größerer Safer nicht in Frage kam, da am PoS eine möglichst große Produktbreite und -tiefe der neuen ãFusion"-Klingen zum Verkauf bereitstehen musste, um die zu erwartende große Nachfrage direkt befriedigen zu können. Es kam also nur ein neu zu entwickelnder Safer in Frage. Die Arbeitsgruppe definierte dafür folgende Ziele:

Entwicklung eines Safers durch Fors Frankreich mit allen neuen Erkenntnissen der Formgebung, des Materials und eines Verschlusssystem mit mehrfachen Sicherheitsstufen
Optimierung des Safers mit jeglicher Vermeidung von Leerraum im Regal
Unterstützung bei der Implementierung des neuen Safers im Handel.

Dieser Safer wurde für den französischen Markt entwickel.



In die Entwicklung flossen alle vorliegenden konstruktiven Innovationen ein, die das Handling vereinfachen, die Nutzung flexibel gestalten und die gewaltsame Produktentnahme weiter erschwert. Dank dieser intensiven Zusammenarbeit wurde der vereinbarte Plan eingehalten. So standen zur Markteinführung von ãFusion" im vergangenen September passgenaue Safer Cases zur Verfügung. Mit mehreren Teams wurden die neuen Safer Cases rechtzeitig zur offiziellen Markteinführung der Rasierklingen bei einzelnen Handelspartnern, die sich für dieses Sicherungssystem entschieden hatten, nach Vorgabe eingesetzt. Resümee: Die frühzeitige und intensive Zusammenarbeit zwischen Warenproduzent, Einzelhandel und Fachleuten der Warensicherung war ein wichtiger Erfolgsfaktor bei der ãFusion"-Markteinführung. In Europa lassen sich nach wie vor länderbezogen gravierende unterschiedliche Betrachtungen der Industrie beim Problem des Handels, Inventurdifferenzen in den Griff zu bekommen, beobachten. Die hier beschriebene Vorgehensweise ist sicherlich ein guter Lösungsansatz.

Das nächste Projekt steht kurz vor Fertigstellung und ist eine Paketsicherung. Dieses Sicherungswerkzeug für mittlere und große Verpackungen ist einfacher zu handhaben als das Aufkleben einer Briefmarke.

Von H.-Günter Fischer

 

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